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Badekultur im Wandel der Zeit. Von den Volks- zu den Privatbädern.


Die Römer, die das Badewesen von den Griechen übernommen hatten, verfeinerten es bis ins Detail. Die Thermenanlagen (2. Jahrhundert n. Chr.) glichen hinsichtlich der Ausstattung wahren Prunkanlagen. Die Römer schätzten den Komfort, wobei Wand- und Fußbodenheizung, lichtdurchflutete Innenräume, Schwimmbassins sowie ein reichhaltiges Angebot an Wechselbädern, Massage-, Sport- und Gymnastikräumen selbstverständlich waren. Damit waren die Römer auch vielen nachfolgenden Generationen weit voraus, die den Stellenwert der Hygiene bei weitem nicht so hoch ansetzten.

spacer.gif (52 Byte)Die Privatbäder der reichen Bürger standen hinsichtlich ihrer luxuriösen Ausstattung den Thermen des Imperators in nichts nach. Marmor aus Phönizien,sowie Installationen und Armaturen aus Gold zeugten vom damaligen Stellenwert der Badekultur. Mit dem Einfall der Goten wurde dieser schon an sich sehr hohen Badekultur ein jähes Ende gesetzt. Und auch das ganze Mittelalter hindurch gab es für die Menschen nur wenige Berührungspunkte mit den römischen Gepflogenheiten. Öffentliche Badestuben, Holzzuber und Schwitzbuden bildeten in jener Zeit die wenigen Ausnahmen, galt es doch bis ins hohe Mittelalter als besonders gottesfürchtig, jeglichen Kontakt mit Wasser zu vermeiden.

Das Barock war überhaupt eine ausgesprochen „wasserfeindliche“ Epoche. Man benutzte lieber „mehrere Schichten“ Puder und Parfum. Wohlriechende Seifen wurden fast ausschließlich zur Reinigung der Hände benutzt. Der Wendepunkt in Sachen Badekultur wurde im 18. Jahrhundert in Paris eingeleitet, wo von der französischen Oberschicht, als Zeichen des Wohlstandes, das private Badezimmer eingeführt wurde. Dieses war meistens mit Badewanne, Bidet, einem oder mehreren Waschräumen, Heizraum, Abortkabinett und einer kleinen Kammer für Wäschetrocknung ausgestattet.

spacer.gif (52 Byte)Grundstein für das Kompaktbad

Die ab dem Jahr 1920 in Massenproduktion hergestellte, aufpolierte, emaillierte, doppelschalige und einteilige Badewanne legte den Grundstein für das amerikanische Kompaktbadezimmer, welches auch für die weniger begüterte Allgemeinheit erschwinglich wurde.In Österreich herrschten seit den 30er Jahren kleine Badeinheiten in der Größenordnung von fünf bis sieben Quadratmetern vor. Selbst als Jahrzehnte später eine geräumigere und familienfreundlichere Sanitärgestaltung Platz griff, mußte sich ein großer Prozentsatz noch mit einem Bad unter 6 Quadratmeter begnügen. Das geräumige Luxusbad, welches von der amerikanischen Filmindustrie in den 50er Jahren immer wieder ins Bild gerückt wurde, blieb für den Durchschnittsbürger unerreichbar.

Erst in den letzten Jahrzehnten zählt ein Bad zur Standardeinrichtung jeder Wohnung, wobei es anfänglich eher als Nutzraum denn als Entspannungsoase betrachtet wurde. Heutzutage, in Zeiten des „Cocooning“ vollzieht das Bad immer mehr den Wandel von einem reinen Zweck- zu einem Wohnraum, zu ebendieser Oase der Entspannung.Obwohl heute auch im sozialen Wohnbau für das Bad eine gewisse Mindestgröße gefordert wird, ist z.B. in Altbauten nicht immer der nötige Platz vorhanden. Deshalb gibt es für Kleinstbäder Raumsparwannen und -brausetassen, welche auch auf weniger als 4m² eine Comfortlösung ermöglichen. Ebenso, wie Speziellösungen für behinderte Menschen, eben „barrierefreies Wohnen“. Da das Bad einer ebensolch geschmackmlichen wie technischen Änderung im Wandel der Zeit unterworfen ist, bleibt die Zukunft offen –  Ionendusche, Hautregeneration auf Selbstreinigungsbasis, Schallduschen ... ;-) ??

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